Beacons, QR-Codes, 3D-Drucker – brauche ich das?

Was kann ich in meinem Geschäft umsetzen oder nutzen und welche digitalen Anwendungen sind für meine Branche sinnvoll? Theresia Mennekes von der Universität Siegen diskutierte mit Einzelhändlern aus Südwestfalen im Rahmen der Roadshow in Lippstadt über Einsatz- und Unterstützungsmöglichkeiten von neuen Technologien am Point of Sale (POS).

Über 50 Teilnehmer kamen am 14.11.16 ins Cartec nach Lippstadt, um sich über das Thema Digitalisierung im lokalen Einzelhandel zu informieren. Die projektbeteiligten Hochschulen – BiTS Iserlohn, FH Südwestfalen und Uni Siegen – präsentierten erste Erkenntnisse der Analysephase. Spannend wurde es anschließend an den Thementischen, wo sich die Experten der Hochschulen mit den Einzelhändlern zum Thema Suchmaschinenoptimierung und Erschließung neuer Kundenpotentiale durch das Internet austauschten.

Der Einzelhandel in Lippstadt zeigt großes Interesse am Thema Digitalisierung.

Welche digitalen Anwendungen sind für meine Branche im Ladenlokal sinnvoll?

Die Uni Siegen erörterte mit den Händlern den Einsatz von digitalen Technologien direkt am POS. Um mit den Teilnehmern in Interaktion zu treten, wurde zunächst in Gruppen darüber beraten, mit welchen Herausforderungen sich die Händler konfrontiert fühlen und welche Ziele sie sich für die nächsten 10-15 Jahre setzen. Anschließend wurde gemeinsam überlegt, welche Technologien sich eignen würden, um Problemen entgegen zu wirken, gesetzte Ziele zu erreichen und Kundenbedürfnissen und -wünschen gerecht zu werden.

Frau Mennekes (Universität Siegen) diskutiert mit den Teilnehmern über POS Technologien.

Showrooming: „Erst im Laden gucken und dann im Netz kaufen.“

„Showrooming“ war eines der Probleme, die genannt wurden. Hierbei geht es darum, dass sich Kunden im Fachgeschäft informieren und anschließend die Produkte in einer anderen Farbe oder Größe oder auch vergünstigt über das Internet beziehen. „Durch die Integration von Technologien auf der Verkaufsfläche“, so Theresia Mennekes, können dem Kunden mittels geeigneter Applikationen oder Softwares für Tablets oder TV-Screens Produktinformationen zugänglich gemacht werden. Mittels Nutzung eines digitalen Warenwirtschaftssystems beispielsweise könnte der Kunde prüfen, ob die Ware vor Ort in einer anderen Größe oder Farbe erhältlich ist. Damit würde man dem Kunden einen umfangreichen Service bieten und stärker darauf Einfluss nehmen, seinen Kauf im Fachgeschäft zu tätigen. Ebenso könnte die Kundenkommunikation unter Verwendung neuer Technologien optimiert werden, da der Händler die Zeit mit dem Kunden effektiver nutzen kann und nicht im Lager nachsehen muss, ob das Produkt in anderen Varianten vorrätig ist.

Sinkende Passantenfrequenz

Die fehlenden Frequenzen in den Einkaufsstraßen sind für die Händler deutlich spürbar und es wird bereits darüber nachgedacht, wie Neukunden gewonnen und Bestandskunden gehalten werden können. Innovationen, wie z.B. virtuelle Einkaufsbegleiter oder Regale, QR-Codes, Beacons oder 3D-Drucker können hierbei der Schlüssel sein, um Aufmerksamkeit zu generieren, bestehende Kunden zu begeistern und gleichzeitig zu binden. Die Idee der App „shopkick“ etwa setzt auf das Punktesammeln mit dem Smartphone, um Kunden in die Läden zu locken. Unter Verwendung der Beacon-Technologie werden bereits bei Betreten des Ladenlokals sogenannte „Kicks“ vergeben, die sich ab einer bestimmten gesammelten Anzahl in Prämien und Gutscheine eintauschen lassen.

Summa Summarum: Das veränderte Kaufverhalten und die daraus resultierende Notwendigkeit, eine Cross-Channel-Strategie im stationären Geschäft zu integrieren, stellt für viele Händler eine große Herausforderung dar. Ab Frühjahr 2017 sind Workshops zu verschiedenen Themen in Planung, die den Händlern weitere Möglichkeiten aufzeigen, um auf unterschiedlichen Kanälen unterwegs zu sein.

Einzelhandelslabor Roadshow: Impressionen aus Lippstadt