Start der Roadshow in Arnsberg

„Ist der Händler selbst Kunde, nutzt er heute schon die Vorteile der Digitalisierung für sich.“

Während fast 70% der inhabergeführten stationären Einzelhändler in Südwestfalen das Internet zur Warenbeschaffung nutzen, wird das Potential des Internets als Verkaufskanal noch längst nicht ausgeschöpft. Lediglich 22,4% der befragten Einzelhändler betreiben einen eigenen Online-Shop und knapp 18% verkaufen ihre Waren über Drittanbieterplattformen (Amazon, Ebay etc.).

„Ist der Händler selbst Kunde, nutzt er heute schon die Vorteile der Digitalisierung für sich“, so das entsprechende Fazit von Lars Bollweg vom Competence Center e-Commerce. Der Handel müsse nun die Chance ergreifen, das Internet auch als Vertriebskanal zu verwenden.

Prof. Dr. Peter Weber und Lars Bollweg vom ccec präsentieren Ergebnisse der Händlerbefragung

Dies ist nur ein Ergebnis aus der umfassenden Analysephase des Einzelhandelslabors Südwestfalen, welches am 24.10.2016 im Rahmen der ersten Roadshow-Veranstaltung in Arnsberg dem Publikum präsentiert wurde. Das Einzelhandelslabor und die Wirtschaftsförderung Arnsberg hatten die heimischen Händler zur Infoveranstaltung ins Kaiserhaus eingeladen.

Ebenfalls werden digitale Technologien direkt im Ladengeschäft (Point of Sale/POS) bisher kaum eingesetzt. Zu dieser Erkenntnis kam die Universität Siegen, die 27 Modellhändler aus der Region zu diesem Thema befragt hatte. Obwohl die Kunden Bereitschaft zeigen POS-Technologien zu nutzen, gibt es seitens der Händler nur eine geringe Bereitschaft in diese Technologien zu investieren. Einerseits sind den Händlern die Technologien oft unbekannt, andererseits fürchten sie hohe Anschaffungskosten. Die Universität Siegen möchte daher im Laufe des Projektes die Händler über POS-Technologien informieren, aufklären und ihnen zeigen, welche Technologien für welche Kundenbedürfnisse und -wünsche am besten geeignet sind.

„Wie komme ich in Google nach oben?“

„Wie komme ich in Google nach oben?“ war die Kernfrage von Herr Prof. Dr. Vieregge vom Forschungsinstitut für Regional- und Wissensmanagement. Seine Analyse zum Thema Suchmaschinenoptimierung hatte ergeben, dass zwar schon viele Einzelhändler aus Südwestfalen eine eigene Website besitzen, diese jedoch vom Kunden über die gängigen Suchmaschinen nur schwer auffindbar ist. Hauptverantwortlich dafür sind die Differenzen in der Verwendung von Schlagworten. So geben Kunden bei Ihrer Online-Recherche Begriffe ein, die auf den Webseiten der Einzelhändler oft nicht zu finden sind. Obwohl Kunden und Händler das gleiche meinen, verwenden sie aber unterschiedliche Begriffe. Dies führt dazu, dass die Webseite des Händlers bei der Suchanfrage nicht aufgelistet wird.

Im Anschluss an die Vorträge der drei projektbeteiligten Hochschulen folgte der interaktive Teil. Hierbei konnten sich die Händler an Aktionstischen mit den Mitarbeitern der Hochschulen und der IHK zu bestimmten Themen, wie z.B. „Wie sichtbar ist meine Webseite?“ oder „Kenne ich die Wünsche meiner Kunden?“ austauschen. Nach teils regen und positiven Diskussionen gab es am Schluss noch einen kurzen Ausblick auf die Workshop-Phase, die im Laufe des kommenden Jahres beginnen wird. Dort wird es in einigen Städten aus der Region praxisnahe Veranstaltungen zu bestimmten digitalen Themen wie z.B. Suchmaschinenoptimierung oder POS-Technologien geben.

Impressionen Roadshow Arnsberg, 24.10.2016