Zahl des Monats

Auf Basis unserer Forschungsergebnisse präsentieren wir Ihnen monatlich interessante Zahlen rund um die Themen Digitalisierung und stationärer Einzelhandel.

Bereits mehr als 600 Einzelhändler und Interessenten für Online-Maßnahmen geschult

Über 600 Personen nahmen bisher an den 20 Workshops des Einzelhandelslabors Südwestfalen teil. In den vierstündigen kostenfreien Veranstaltungen konnten die Teilnehmer sich über Themen wie Websiterstellungen, Suchmaschinenoptimierung, Social Media, Online-Werbung, lokale Shoppingplattformen, Markenführung oder POS-Technologie informieren und die verschiedenen Kanäle und Instrumente ausprobieren. Besonders gefragt waren auch die Workshops zu rechtlichen Themen wie Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oder „Neues Kassengesetzt“ mit fast 60 Teilnehmern. Das Feedback der teilnehmenden Händler und Interessenten war durchweg positiv, so lag z. B. die Durchschnittsbewertung der Workshops aus 2018 bei 1,5 (auf einer Skala von 1 (sehr wichtig/sehr zufrieden) bis 5 (gar nicht wichtig/nicht zufrieden). „Durch die Infoveranstaltungen und Workshops wurde mir die Angst vor der Digitalisierung genommen“, resümierte z. B. Frau Alexandra Luczak von der Kreativothek in Sprockhövel.

Dass nach dem Erstkontakt mit dem Labor (Workshops/Roadshow) 38% der Teilnehmer für weitere Weiterbildungsmaßnahmen gewonnen werden konnten, unterstreicht den positiven Eindruck.

60 Teilnehmer kamen zum Workshop "Wenn der Prüfer im Laden steht!" in die Modellkommune Menden.

35 % der stationären Einzelhändler haben keine eigene Internetseite

Zwei von drei stationären Einzelhändlern betreiben eine eigene Webseite (65 %) und sind im Internet sichtbar*. Leider sind aber immer noch 35 % der Händler nicht online auffindbar und verpassen damit den Zugang zu der deutlich wachsenden Gruppe an Kunden, die sich immer stärker online informiert und orientiert.

Werden Sie aktiv. Arbeiten Sie an Ihrer online Sichtbarkeit:

Mehr Informationen wie Sie eine eigene Webseite erstellen und Pflegen finden Sie hier

Mehr Informationen dazu, wie Sie Ihre eigene Webseite für die Suchmaschine optimieren finden Sie hier oder besuchen Sie unserem SEO-Workshop am 18.09.2018 in Meinerzhagen.

*Basiert auf der noch unveröffentlichten Studie des Competence Center E-Commerce: „Der stationäre Einzelhandel im Netz. Wer nicht verlinkt, verliert: Eine Hyperlink Netzwerk Analyse“

Laut CCEC-Studie "Der stationäre Einzelhandel im Netz" haben 35% der untersuchten Händler keine eigene Webseite.

48 % der lokalen Einzelhändler aus Südwestfalen nutzen das Internet regelmäßig für ihren Wareneinkauf

Die inhabergeführten lokalen Einzelhändler aus Südwestfalen bieten ihren Kunden bisher nur selten die Möglichkeit, Produkte über digitale Vertriebskanäle (eigener Online-Shop, Drittanbieterplattformen, In-Store Applikationen etc.) zu beziehen.

Wenn der Händler jedoch selbst zum Kunden wird, indem er seine Waren beim Lieferanten einkauft, so nutzt er die digitalen Vertriebskanäle regelmäßig. Für 48 % der lokalen Einzelhändler aus Südwestfalen ist der digitale Wareneinkauf bereits Standard. Für den eigenen Online-Wareneinkauf nutzen diese Händler Onlineshops (60 %) und Elektronische Marktplätze (44 %) auf einem mittleren bis hohen Niveau. E-Procurement-Lösungen werden hingegen deutlich seltener genutzt (19 %).

Weitere 21 % der Händler aus Südwestfalen könnten, aufgrund ihrer Infrastruktur und Vorkenntnisse, ebenfalls in relativ kurzer Zeit ihre tägliche Warenbestellung über das Internet abwickeln.

Die aufgeführten Zahlen zeigen zwei wichtige Erkenntnisse:

  • ein Großteil der Händler ist bereits mit den digitalen Vertriebskanälen vertraut. Im nächsten Schritt müssen die Händler nun ihren eigenen Kunden den Wareneinkauf über das Internet ermöglichen.
  • über 20 % der lokalen Händler aus Südwestfalen könnten bereits heute, aufgrund ihrer Voraussetzung, den eigenen Einkaufsprozess ebenfalls digital standardisieren und damit vereinfachen.

Quelle:

Händlerbefragung des Competence Center E-Commerce zum Stand der Digitalisierung im inhabergeführten stationären Einzelhandel in Südwestfalen, 2016.

600-mal pro Tag wird in Google eine Suchanfrage mit dem Stadtnamen Menden gestellt.

600-mal pro Tag wird in Google eine Suchanfrage mit dem Stadtnamen Menden gestellt. Dies ergab die Analyse im Rahmen des Konzepts „digitale Fußgängerzone“. Was sich hinter dem Begriff „digitale Fußgängerzone“ verbirgt und welche Begriffe im Zusammenhang mit dem Stadtnamen Menden gesucht werden finden Sie in unserer Studie „Digitale Fußgängerzone Stadt Menden“ des Forschungsinstituts für Regional und Wissensmanagement.

Innenstadt Menden (Quelle: WSG Menden).

80 % der Händler interessieren sich nicht für einen Online-Vertrieb über Dritthändler

Online-Präsenz der Händler, Vertrieb und Verkauf (Quelle: Uni Siegen), N=55

Fast 80 % der stationären Einzelhändlerhändler aus Südwestfalen interessieren sich nicht für einen Online-Vertrieb über Dritthändler, wie z. B. Amazon, Ebay oder Hitmeister. Hingegen sind 60 % der Händler an lokalen Online-Marktplätzen interessiert. Dieses Erkenntnis brachte die Analyse der Universität Siegen im Rahmen des Einzelhandelslabors zum Vorschein (s. Abbildung: Online-Präsenz der Händler, Vertrieb und Verkauf).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch das Competence Center E-Commerce (CCEC) bei der Händlerbefragung zum Stand der Digitalisierung in Südwestfalen. Nur rund 20 % der befragten Händler nutzen Drittanbieterplattformen zum Verkauf regelmäßig (s. Abbildung 2). Dabei liegt Ebay (9,4 %) knapp vor Amazon (8,5 %).

Abbildung 2: Nutzung von Drittanbieterplattformen in Südwestfalen (Quelle: CCEC), regelmäßige Nutzung (dunkelblau), gelegentliche Nutzung (hellgrün)

Zwar sind digitale Vertriebskanäle nicht die Lösung aller Probleme. Trotzdem nutzen zu wenig Händler in Südwestfalen die Potenziale digitaler Vertriebswege und etablierter Marktplätze.

„Für viele Einzelhändler ist die Auseinandersetzung mit den digitalen Verkaufskanälen ein guter Einstieg in die Online-Welt. Vorausgesetzt man verfügt über ein digitales Warenwirtschaftssystem“, so Lars Bollweg vom CCEC. Der Händler kann sich dabei wichtiges Know-how erwerben. Wo bekomme ich Produktfotos und Produktbeschreibungen her? Wie binde ich diese online ein? Wie verläuft der Online-Verkaufsprozess? Wie funktionieren Online-Bezahlung und Versand? Wie wickle ich Rücksendungen ab?

Die Händlerbefragung des CCEC hat gezeigt, dass Händler, die bereits digitale Verkaufskanäle nutzen, sich auch leichter in die Themen Online-Marketing und digitale Services einarbeiten.

76,2 % der Einzelhändler in Südwestfalen haben ihre Nachfolge nicht geregelt

Nur wenige inhabergeführte stationäre Einzelhändler in Südwestfalen haben sich bisher mit dem Thema Nachfolgeregelung auseinandergesetzt (Quelle: Händlerbefragung 2016, CCEC).

Wie muss man sich eigentlich den typischen stationären Einzelhändler im Sauerland vorstellen? Wenn man sich die reinen Fakten der Händlerumfrage* zum Stand der Digitalisierung in Südwestfalen anschaut, dann ließe sich der durchschnittliche Händler so beschreiben:

Er betreibt ein Bekleidungs- oder Schuhgeschäft (26 %), beschäftigt (inkl. sich selbst) acht Mitarbeiter (vier Festangestellte, zwei Halbtagskräfte und zwei geringfügig Beschäftigte), findet das Thema Digitalisierung generell „gut“ (58,8 %), erwartet für die nahe Zukunft eine positive wirtschaftliche Entwicklung für sein Geschäft (44,4 %) und hat keinen Nachfolger bzw. sich mit dem Thema Nachfolgeregelung noch nicht auseinandergesetzt (76,2 %). Quelle: Händlerbefragung 2016, CCEC.

Die Bedeutung einer Nachfolgeregelung im Mittelstand und in kleineren Betrieben wird oft durch das aktuelle Tagesgeschäft verdrängt – gehört aber neben der digitalen Transformation zum wesentlichen Zukunftsfaktor des eigenen Geschäftes. Was ist, wenn der Chef mal länger ausfällt oder in Rente geht? Wer führt den Laden mit welchem Konzept weiter?

Zum Thema Unternehmensnachfolge finden Sie auf den Websiten der IHK Arnsberg und der SIHK zu Hagen Tipps, wie Sie die Nachfolgregelung planen können bzw. wie Sie das Problem der Nachfolgeregelung richtig angehen.

Kostenfreie Broschüre zur Nachfolgeregelung „Generationenwechsel im Unternehmen“, hier geht es zum Download.

Kostenfreie Broschüre „Notfall-Handbuchs für Unternehmen“, hier geht es zum Download.

Melden Sie sich zu den IHK Nachfolgesprechtagen an. Infos gibt es hier.

 

* Die Händlerbefragung wurde im Sommer 2016 (17.05.2016 – 31.07.2016) in der Region Südwestfalen ausschließlich mit inhabergeführten stationären Einzelhändlern aus 26 Städten durchgeführt (Competence Center E-Commerce).

 

Nur 2 % aller Einzelhändler in Südwestfalen setzen auf digitale Technologien im Ladenlokal

Ob eigener Online-Shop  (13 %) oder Verkauf über Online Marktplätze bzw. Drittanbieterplattformen (9 %), die qualifizierte Nutzung von digitalen Vertriebskanälen ist bei den Einzelhändlern in Südwestfalen auf einem sehr niedrigen Niveau. Den Tiefpunkt in der Nutzung von Digitalisierung auf den Vertriebskanälen markieren die In-Store Applikationen (Verbindung des Ladenlokals als Point of Sale mit den digitalen Vertriebskanälen) im Ladenlokal mit 2 % qualifizierter Nutzung und einem Nutzungspotenzial von nur 7 % (Abbildung 1).

Abb. 1: Die digitalen Vertriebskanäle werden bisher kaum von den Einzelhändlern in Südwestfalen genutzt (Quelle: Händlerbefragung 2016, CCEC).

Bei den eingesetzten In-Store Applikationen führen die Tablets mit einer Nutzung von 17 % knapp vor digital Signage-Lösungen wie z.B. TV-Screens mit 14 % (Abbildung 2).

Dabei können digitale Point of Sale (POS) Technologien viele Vorteile für Händler und Kunden bieten. Z. B. digitale Regalverlängerungen (digital Shelf-Extensions) ermöglichen es Händlern ein größeres Angebot bei limitierter Ladenfläche anzubieten, Tablets und interaktive Kisoksysteme können das Personal bei der Beratung ergänzen und unterstützen und Augmented Reality, digital Signage und interaktive Spiegel können das Einkaufserlebnis für den Kunden positiv beeinflussen.

Quelle:

Händlerbefragung des Competence Center E-Commerce zum Stand der Digitalisierung im inhabergeführten stationären Einzelhandel in Südwestfalen, 2016.

 

Abb. 2: Nur wenige Händler setzen In-Store Applikationen zur Verkaufsunterstützung im Ladenlokal ein (Quelle: Händlerbefragung 2016, CCEC).